Mit einem neuen Schulungsangebot, durchgeführt vom Deutschen Institut für Forschungskommunikation (DIF), fördert der Bayerische Landtag die Kommunikationsfähigkeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaft (HAW) im Freistaat.
„An Bayerns Hochschulen für Angewandte Wissenschaft wird exzellente Arbeit auf höchstem Niveau geleistet. Diese Arbeit ist es wert, sie auch selbstbewusst nach außen zu tragen und der Öffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen – auf allen Wegen, die Erfolg versprechen.“
So hat Robert Brannekämper (CSU), stellvertretender Vorsitzender im Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst, die Aufgabenstellung des Pilotprojekts Campus2Public definiert. Das neue Programm zur Stärkung der Wissenschafts- und Forschungskommunikation startet im Herbst 2025 - auf Initiative der Fraktionen von CSU und Freien Wählern im Bayerischen Landtag. Ziel ist es, Forschende und Kommunikationsfachleute an den Hochschulen darin fortzubilden, ihre Projekte und deren Ergebnisse für die Öffentlichkeit exakt aufzubereiten und sie lebendig und gut verständlich darzustellen.
Im Mittelpunkt stehen Forschungsschwerpunkte mit hoher gesellschaftlicher Relevanz wie Künstliche Intelligenz, die Einsatzfelder moderner Wasserstofftechniken und ein beschleunigter Technologietransfer. Die ersten Partner bei Campus2Public sind die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Hier erhalten Forschende schon bald die Möglichkeit, ihre „communication skills“ zu erweitern und sich in Medientrainings, Strategie-Workshops und Social Media-Coachings gezielt schulen zu lassen.
Was dabei im Einzelnen passieren soll, haben zwei der Projektpartner Anfang August auf einer Auftaktkonferenz im PresseClub München beschrieben. Dr. Ralf Schneider, Geschäftsführer des
Schulungsanbieters Deutsches Institut für Forschungskommunikation (DIF), hat erklärt, wie gerade die Leuchtturmprojekte dieser Hochschulen zum Funkeln gebracht werden sollen – und warum
es erforderlich ist, diese Leuchttürme mittels gezielter Kommunikation „näher ans Land“, d.h. in den Sichtkreis des Zielpublikums zu rücken. Markus Kaiser, Professor für Kommunikation an der
Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, hat dem Fachpublikum vor Ort und im Live-Stream erläutert, wie die Schulungsinhalte bei den teilnehmenden Hochschulen bedarfsgerecht definiert und
individuell umgesetzt werden.
Besondere Glanzlichter im Sinne einer „publikumsnahen Wissenschaftskommunikation“ setzte ein Podiums-Teilnehmer der Projekt-Präsentation im Münchner Presseclub: Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Ex-Generaldirektor des Deutschen Museums und langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation an der TU München. Heckl hat engagiert und anschaulich dargelegt, wie er selbst seit Jahrzehnten die Aufgabe versteht, Wissenschaft und ihre Faszination an unterschiedlichste Menschen und Zielgruppen zu vermitteln. Im Technikmuseum wie im Uni-Hörsaal, in Fachbüchern, Medieninterviews und in spielerisch-leichten Social-Media-Beiträgen müsse es stets das Bestreben der Forschenden sein, ihre Zuhörerinnen und Leser an dem immensen Erkenntnisschatz von Wissenschaft und Forschung teilhaben zu lassen – ebenso präzise wie verständlich. „Und um es mit Albert Einstein zu sagen: Wir sollen dabei alles so einfach wie möglich erklären - aber auch nicht einfacher!“
Die Video-Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung können Sie über den YouTube-Kanal des PresseClub München aufrufen unter: https://www.youtube.com/watch?v=U_qwQdSvJ9Y
Link zum Artikel über die PK bei TELI: https://www.wissenschaftsdebatte.de/?p=7648
Partner im Pilotprojekt Campus2Public (C2P)
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm https://www.th-nuernberg.de/
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt https://www.thws.de/
Evaluation: Zum Jahresende 2026 wird genau ermittelt, zu welchen Ergebnissen das Pilotprojekt geführt hat – und wie eine Optimierung des kommunikativen Vorgehens im Bereich der HAWs künftig aussehen kann.
Teilnahme am Pilotprojekt: Weitere Hochschulen in Bayern können im Verlauf des Projekts hinzukommen und die günstigen Bedingungen des neuen Förderprogramms nutzen. Intzeressierte HAWs können sich mit ihren Fragen direkt an den Projektpartner DIF wenden:
Deutsches Institut für Forschungskommunikation (DIF)
Dr. Ralf Schneider, Gunther Schnatmann
Die Fachexperten des DIF bieten ihre langjährigen Erfahrungen in Wissenschafts-Journalismus, Forschungs-PR, Digitalstrategien, Medientrainings, persönlichen Coachings und kommunikativer Unternehmensberatung an.
Die DIF-Fachleute präzisieren, vernetzen und digitalisieren Kommunikation. Sie helfen, Forschung sichtbar und verständlich zu machen - und dabei den Einsatz von Zeit und Geld zu optimieren.
DIF verbindet Forschung und Wissenschaft mit Politik, Wirtschaft und Medien. Unser Ziel ist es, unsere Kunden und Partner mit genau den Kenntnissen und Fertigkeiten zu versorgen, die sie brauchen, um den hohen Ansprüchen moderner, professioneller Forschungskommunikation gerecht zu werden.
Warum sind diese Schulungen unerlässlich?
Rechtssicherheit: Vermeiden Sie durch die korrekte Anwendung von KI juristische und versicherungsrechtliche Komplikationen. Und erkennen Sie, wo Gefahren durch Deepfake
lauern.
Kompetenzaufbau: Erwerben Sie grundlegendes Wissen über KI und ihre Anwendungen in der Pressearbeit.
Effizienzsteigerung: Lernen Sie, wie Sie KI-Tools effektiv nutzen, um Arbeitsabläufe zu optimieren und redundante Arbeiten zu reduzieren.
Strategische Kommunikation: Entwickeln Sie KI-Kommunikationsstrategien, die den besonderen Anforderungen der Forschungskommunikation gerecht werden.
Wir setzen auf:
Unsere Experten
Angela Elis: Erfahrene Moderatorin ("nano", "ZDF.umwelt") und Impulsgeberin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit zeigt, wie KI-Tools den gesamten
Bewegtbild-Produktionsprozess vereinfachen, beschleunigen und bereichern können. Speziell:
- Einsatz von KI bei der Ideenfindung, Skripterstellung und Recherche
- Automatisierte Videoschnitt- und Bearbeitungstechnologien, KI-generierte Untertitel, Transkripte und Übersetzungen
- Möglichkeiten der visuellen Gestaltung mit KI (z. B. Animationen, Avatare, Deepfakes)
KI-Videoseminare mit Angela Elis richten sich an Forschende, Kommunikationsprofis und Content-Creators, welche die Potenziale von KI für ihre Videoarbeit kennenlernen und praktisch
erproben möchten.
Forschende präsentieren ständig - vor Mitarbeitern, Kollegen anderer Institute und Firmen, auf Fachforen und Wissenschafts-Events, aber zunehmend auch auf Pressekonferenzen und vor Politikern. Kernaussagen und eine klare Botschaft sollen in den Köpfen des Publikums hängen bleiben. Mit kraftvoller Stimme und lebendiger Körpersprache unterstreicht jede Rednerin und jeder Redner die wichtigen Punkte. Locker vorgetragene Erfahrungsberichte außerhalb der Folien - möglichst als spannende Geschichten verpackt - machen jedem klar, mit wie viel Einsatz sich hier eine Person oder ein Team in ein Thema vertieft hat. Das klingt alles logisch und wäre die Idealform einer packenden Präsentation.
Die Realität sieht häufig anders aus. Doch wenige Tools helfen jedem, die Ergebnisse nachhaltiger zu übermitteln. Deshalb schult das DIF zunehmend auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für einen prägnanten Auftritt vor Auditorium. Dabei nehmen wir viel Rücksicht auf die Persönlichkeit, wollen niemanden zum "Schauspieler" machen. Dass man in einem solchen Workshop aber mit wenigen Werkzeugen, der Eigenbeobachtung auf Video und gezielten Tipps von Profis erstaunlich große Fortschritte machen kann, stellen DIF-Kunden regelmäßig fest. Nehmen Sie hier Kontakt auf - wir machen gerne ein Angebot.
Ebenso bietet das DIF spezielle Pitch-Trainings an: Für Präsentationen und Elevator-Pitches mit dem Ziel, Drittmittelgeber, Wirtschaft und Politik engagiert-kompetent von der eigenen Forschung zu überzeugen.
Neben Medientrainings und Workshops hat sich das DIF auf Kommunikationskonzepte spezialisiert. Hier bekommen Hochschulen und Forschungseinrichtungen maßgeschneiderte Handlungsanleitungen an die Hand. In folgenden Schritten:
Zahlreiche Projekte des DIF haben den Auftraggebern hier meßbare Erfolge gebracht, gerne geben wir Referenzen.
Zum Thema "Wissenschaftskommunikation - Zielgruppenanalyse und praktische Anwendung" lud die Akademie für Politische Bildung Tutzing rund 60 Fachleute ein. In Kooperation mit der Hochschule Landshut und dem Institut für Robotik und Mechatronik des DeutschenZentrums für Luft- und Raumfahrt. Bei der Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Beatrice Dembach von der TH Nürnberg, Dr. Eva-Maria Grommes von der TH Köln und Astrophysiker Dr. Josef Gaßner ("Urknall, Weltall und das Leben" auf YouTube) vertrat DIF-Geschäftsführer Gunther Schnatmann (Foto l.) klare Standpunkte: "Die Umsetzung neuer Methoden und Kanäle in der Wissenschaftskommunikation braucht einen Gesamt-Überblick für alle Agierenden, ein Kommunikationskonzept, eine entsprechende Strategie." Und zum Thema Kommunikationsschulungen: "Die Forschungskommunikation muss jünger und weiblicher werden. Nur mit einer breiten Kommunikationsausbildung der jungen Wissenschaftler als Protagonisten können wir in Zukunft eine breitere Öffentlichkeit erreichen ."
Daneben, so Schnatmann in Tutzing, geht es um die klare Adressierung der Kommunikation: Erreiche ich meine Zielgruppen mit meinen Botschaften?
Was bleibt dort hängen, welches - gewünschte oder unerwünschte - Image ergibt sich bisher?
Hier gibt es spezielle für die Wissenschaftskommunikation entwickelte Marktforschungs-Tools mit klarer Zielgruppen-Eingrenzung wie den Science Relevance Navigator SciRENA des DIF.
PresseClub München:
DIF im Talk mit Max-Planck-Gesellschaft, TH Nürnberg und „Wissenschaft im Dialog"
Welchen Anteil haben Medien daran, dass Teile der Öffentlichkeit der Wissenschaft nicht mehr vertrauen? Was können Wissenschaft, Politik und Medien tun, um auf ähnliche
Herausforderungen wie Corona künftig besser eingestellt zu sein? Darüber diskutierten Max-Planck-Kommunikationsleiterin Dr. Christina Beck, Prof. Markus Kaiser von der TH Nürnberg,
Wissenschaftsbarometer-Leiter Bastian Kremer und Geschäftsführer Gunther Schnatmann vom Deutschen Institut für Forschungskommunikation (DIF) im Presseclub München. Wer nicht dabei sein
konnte: oben den Screenshot anklicken, um zur 10-Minuten-Kurzversion bei YouTube zu gelangen.
Hier der Link zur Aufzeichnung der kompletten Diskussion bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=lGrkae835rs
Positionspapier des Deutschen Instituts für Forschungskommunikation DIF
Aktuelle Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation und ihre Lösungsmöglichkeiten
Aktualisiert 07/2025
1. Professionalisierung inklusive Evaluierung
Die jüngsten Krisen haben gezeigt, dass Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen in ihrer Kommunikation in der Regel nicht den Professionalisierungsgrad haben wie Unternehmen der Wirtschaft, insbesondere krisenanfällige Unternehmen (z.B. Luftfahrt, Chemie, Energie, Automobil).
DIF-Lösungsansatz: Allein bessere Kommunikationskonzepte und Schulungen der Protagonisten sind die eine naheliegende Lösung. Ein in der Wirtschaft bewährtes Hauptwerkzeug professioneller Kommunikation ist jedoch auch in der Wissenschaftskommunikation immer dringender nötig - die Messung/Evaluation der Kommunikation: Erreiche ich meine Zielgruppen mit meinen Botschaften, was bleibt hängen, welche Informationen erwarten meine Anspruchsgruppen etc.? Hier gibt es spezielle für die Wissenschaftskommunikation entwickelte Tools wie den Science Relevance Navigator SciRENA.
2. Zwang zur Kommunikation für Drittmittelförderung
Nationale und europäische öffentliche Drittmittelgeber für Forschungsprojekte machen ihre Bewilligungen verstärkt von der Kommunikationsfähigkeit der Empfänger abhängig. Das bewirkt eine Steigerung der quantitativen Kommunikationsanstrengungen der Empfänger.
DIF: Das Aufbauen Potemkin’scher PR-Dörfer zur kurzfristigen Erlangung von Drittmitteln ist eine gefährliche Entwicklung. Die ansteigende Produktion von Forschungsberichten - mit jeweiligen extrem kleinen Empfängerzielgruppen von 5-20 Personen in Entscheider-Funktion für Fördermittel - konterkariert Sinn und Zweck der staatlichen Anforderungen und nimmt der Forschungskommunikation, die an die breite Bevölkerung gerichtet ist, Ressourcen.
Hier sollten die Mittelgeber als Bedingungen festschreiben, dass nicht nur projektbezogene, sondern langfristige Kommunikationsstrategien vorgelegt werden, also auch langfristige Planungen zu Personal und Mitteleinsatz in der Kommunikation.
3. Die Internationalisierung der Forscherteams und deren kommunikative Einbindung
Die Forschungsszene ist international und die Teams in Forschungseinrichtungen in Deutschland bestehen zunehmend aus Nicht-Muttersprachlern, die in ihren Einrichtungen Englisch als Geschäftssprache haben.
DIF: Was für die Wissenschaft in jeder Hinsicht positiv ist, birgt für die nationale Kommunikation in deutscher Sprache Risiken: Es kommen weniger die relevanten Köpfe in der Kommunikation Science to Public zu Wort, sondern die eloquentesten Muttersprachler - befördert von der Einfachheit für Pressestellen, diese bei Bedarf am problemlosesten einsetzen zu können. Hier sehen wir dringenden Bedarf an Kommunikations-Schulung für internationale Kräfte und den Bedarf zur Flexibilisierung innerhalb der Pressestellen (Wann und wo, für welche Zielgruppen, können wir unsere internationalen Experten einsetzen? Wo und wie können wir mit technischen Hilfsmitteln - Untertiteln bei YouTube-Beiträgen oder Synchronisierungen - den Einsatz unterstützen?).
4. Forschungskommunikation jünger und weiblicher machen
Die Forschungseinrichtungen setzen zum einen verstärkt auf junge Wissenschaftler und insbesondere junge Frauen, zum anderen wird es durch die Pensionierungswelle der Boomer zu noch mehr Einstellungen junger Forscher kommen. Die Wissenschaftskommunikation hat dazu offensichtlich noch keine Lösungen, in der Regel kommunizieren "ältere erfahrenere Kollegen" nach Außen. Junge Kollegen konzentrieren sich karrierebedingt auf die Erhöhung der Anzahl ihrer wissenschaftlichen Publikationen und haben für Publikumsmedien keine Zeit. Junge Forscherinnen teilen zudem das Schicksal ihrer Manager-Kolleginnen in der Wirtschaft: Sie sind oftmals zurückhaltender und drängen nicht so stark ins Rampenlicht wie Männer.
DIF: Junge Forschende müssen Freude an der Kommunikation bekommen und ein Verständnis dafür, dass die Kommunikation Ihnen sowohl für die Anerkennung der Projekte (Stichwort Drittmittel, s.o.) als auch für die persönliche Reputation langfristig nützt. Dafür sind eigene Kommunikations-Förderprogramme für junge männliche und vor allem weibliche Forscher nötig.
5. Konzentration auf Leuchtturm-Themen und Erfolge
Zumeist sucht die Wissenschaftskommunikation attraktive Wege, um wahrgenommen zu werden. So sind vermeintliche Misserfolge kaum zu kommunizieren (siehe vor kurzer Zeit SpaceX-Explosion), vermeintliche Erfolge aber umso mehr. Aufgepeppt mit Schlagwörtern, etwa KI, versucht man zudem, noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, obwohl kaum oder nur wenig KI hinter dem konkreten Projekt steckt. Das führt dazu, das sich Redaktionen oft übersättigt abwenden.
DIF: Forschung kann auch mal zu vermeintlichen Misserfolgen führen und birgt trotzdem interessante Aspekte und Ergebnisse, die nur entsprechend attraktiv erklärt werden müssen (Stichwort Storytelling). Ein „Aufpeppen“ mit falschen Erfolgen oder vermeintlichen Modetrends nutzt weder dem Projekt, noch der Wissenschaftskommunikation im Ganzen.